Das sind die häufigsten Versicherungen Deutschlands

Private Krankenversicherung, Lebensversicherung, Schaden- und Unfallversicherung: Viele Deutsche haben einen dicken Ordner zuhause, der in der Regel vollgestopft ist mit Versicherungspolicen. Im Januar 2017 wurden von der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Zahlen veröffentlicht, aus denen hervorgehen, welche zehn Versicherungen die Deutschen 2015 am häufigsten besaßen. Bei insgesamt 428 Millionen Policen kommt dabei jeder Bundesbürger auf 5 Versicherungsverträge und zudem ticken wir Deutschen deutlich anders in Sachen Versicherungen, als unsere europäischen Nachbarn.

Versicherungen: Top-Ten der häufigsten Policen in Deutschland

Es sind tatsächlich stattliche Summen, die da jährlich zusammenkommen: Insgesamt 2387 Euro zahlte im vergangenen Jahr jeder Bundesbürger an seine Versicherungsgesellschaft. Damit wurde die Rekordsumme aus 2014 nochmals um 168 Euro geknackt. Und die Deutschen zeigen mehr oder weniger ausgeprägte Präferenzen für ganz bestimmte Versicherungsklassen.

Die KFZ-Haftpflichtversicherung hat beim Ranking mit 62 Millionen Policen deutlich die Nase vorne und war im Jahr 2015 die Versicherung, die am häufigsten abgeschlossen wurde. Platz 2 belegt die Privathaftpflichtversicherung mit 45,3 Millionen Verträgen gefolgt von der Kapitallebensversicherung (27,8 Millionen Verträge) auf dem dritten Platz.

Eine Kfz-Vollkaskoversicherung (27,5 Millionen Verträge) und einen Schutzbrief (26,4 Millionen Verträge) besaßen 2015 ähnlich viele Deutsche. Mit 26,1 Millionen Verträgen landete die Auslandskrankenversicherung laut den veröffentlichten Zahlen der GDV auf Platz 6.

Obwohl die meisten Bundesbürger wissen, dass es wichtig ist privat für das Alter vorzusorgen, belegt die klassische Rentenversicherung mit 25,8 Millionen Policen nur den siebten Platz in der Statistik. Ebenso viele Deutsche schlossen eine Hausratversicherung ab. Die private Unfallversicherung (25,7 Millionen Verträge) und die Rechtsschutzversicherung (21,8 Millionen Verträgen) komplettieren die Liste der zehn häufigsten Versicherungen der deutschen Bundesbürger.

Die 10 größten Versicherungen Deutschlands

Ob Kapitallebensversicherung, Insassenunfallversicherung oder Tierhalterhaftpflicht – die Möglichkeiten für deutsche Verbraucher, sich privat abzusichern, sind sehr vielseitig und breit gefächert. Insgesamt 428 Millionen Policen wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen, womit rechnerisch jeder Bundesbürger mehr als fünf Versicherungsverträge besitzt. Dies ergibt sich aus den jüngst veröffentlichten Zahlen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV).

Natürlich ist auch die Anzahl der verschiedenen Versicherungskonzernen gewaltig. 539 Versicherer waren 2015 in Deutschland ansässig. Die 10 größten Versicherungsunternehmen haben wir in einer kompakten Übersicht zusammengefasst.

 

Top 10: Die größten Versicherungskonzerne Deutschlands

 

Platz 1: Allianz Group

Im vergangenen Jahr schaffte es erneut die Allianz auf den ersten Platz der größten Versicherungsgesellschaften. Mit einem Umsatz von 125,1 Milliarden Euro alleine in Deutschland und einem globalen Marktwert von 9,5 Milliarden US-Dollar kletterte die Allianz Marke sogar im veröffentlichten „Best Global Brands“ Ranking 3 Plätze hoch auf Platz 51.  

Platz 2: Münchener-Rück-Gruppe

Die sogenannte Munich Re ist auf dem deutschen Versicherungsmarkt mit einem jährlichen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro die Nummer 2. Der Reingewinn der Gesellschaft betrug im vergangenen Jahr 3,1 Milliarden Euro. Mit über 43.000 Mitarbeitern ist sie auf allen Kontinenten vertreten und in allen erdenklichen Versicherungssparten aktiv. Rund 28 Milliarden Euro der Beitragseinnahmen stammen alleine aus der Rückversicherung, wodurch die Münchner-Rück-Gruppe einer der weltweit führenden Rückversicherer ist.  

Platz 3: Talanx AG

Die Talanx-Gruppe konnte sich 2015 über eine deutliche Umsatzsteigerung freuen und hat sogar ihr eigenes Ergebnisziel übertroffen. Der Umsatz lag bei 31,8 Milliarden Euro, womit das Unternehmen im letzten Jahr enorm gewachsen ist und den zweithöchsten Wert der Firmengeschichte erreichte. 

Platz 4: Generali Deutschland Holding AG

Den vierten Platz im Ranking belegt die Generali mit mehr als 13,5 Millionen Kunden und rund 17,8 Milliarden Euro Beitragseinnahmen. Die Generali Versicherungen, CosmosDirekt, Dialog, Central Krankenversicherung, AachenMünchener,, Advocard Rechtsschutzversicherung, und die Deutsche Bausparkasse Badenia gehören zum deutschen Teil der Generali Holding AG.  

Platz 5: R + V Versicherungen

Der R+V Konzern landet auf Platz 5. Mit Einnahmen von 14,5 Milliarden Euro wuchs die Versicherungsgesellschaft deutlich um 5,7% auf dem Markt und gehört zu den größten Versicherer Deutschlands für Privat- und Firmenkunden.  

Platz 6: Debeka Versicherungen

Die Debeka-Gruppe schaffte es mit ihren vielfältigen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsangeboten auf den sechsten Platz. Der im Jahre 1905 gegründete Konzern konnte einen Umsatz von 12,9 Milliarden Euro verzeichnen.  

Platz 7: AXA Konzern AG

Deutschlandweit kann sich die AXA Konzern AG über mehr als 8 Millionen Kunden freuen. Mit Beitragseinnahmen von 10,6 Milliarden Euro und rund 10.000 Mitarbeitern gehört AXA zu den größten Erstversicherern in Deutschland.  

Platz 8: Versicherungskammer Bayern

Der Konzern VKB umfasst insgesamt 15 Versicherungsunternehmen und bietet starke Regionalmarken. Die Versicherungskammer Bayern wurde bereits vor über 200 Jahren gegründet und verzeichnete 2015 einen Umsatz von 7,6 Mrd. Euro.  

Platz 9: HUK-Coburg Versicherungsgruppe

11 Millionen Kunden kann die HUK-Coburg Versicherungsgruppe verzeichnen und ist somit ebenfalls ein großer Versicherer für deutsche Privathaushalte. 2 Krankenversicherer, 5 Unfallversicherer und eine Servicegesellschaft gehören zur Unternehmensgruppe, die 2015 einen Umsatz von 6,6 Milliarden Euro erzielte.  

Platz 10: Zurich Gruppe Deutschland

Die Liste der größten Versicherungskonzerne in Deutschland komplettiert die Zurich Gruppe Deutschland, die zur weltweit tätigen Zurich Insurance Group gehört. Über 6,9 Milliarden Euro betrug 2015 der Umsatz des Versicherers, der nach eigenen Angaben zu den führenden Versicherungen im Schaden- und Lebensversicherungsgeschäft in Deutschland zählt.
Auslaufmodell Kapitallebensversicherung

Rund 185 Jahre alt ist die Lebensversicherung in Deutschland. In der Zeit haben sich viele große Versicherer auf dem Markt etabliert, einige davon agieren international.

Die Produkte wurden immer besser an den tatsächlichen Bedarf angepasst, wobei am bekanntesten wohl die Risiko- und die Kapitallebensversicherung sein dürften.

Und dennoch scheint es so, als hätte das Modell der Kapitallebensversicherung nun ihr endgültiges Ende erreicht.

Funktion der Kapitallebensversicherung

Die Laufzeit für die Kapitallebensversicherung kann frei gewählt werden, meist endet sie aber mit dem Eintritt in das Rentenalter.

Mit Ende der Laufzeit bekommt der Versicherungsnehmer eine bestimmte Summe ausgezahlt, die sich aus seinen Beiträgen, den angelaufenen Zinsen sowie den ausgeschütteten Überschussbeteiligungen zusammensetzt.

Stirbt der Versicherungsnehmer, so wird die Summe den Hinterbliebenen bzw. der im Versicherungsvertrag genannten Person ausgezahlt. Jetzt, in den Zeiten der Krise jedoch, hinterfragen viele Versicherte ihr Modell, welches nicht nur der Risikoabsicherung dient, sondern in erster Linie der Altersvorsorge.

Positives Investment?

Experten gehen heute davon aus, dass die Kapitallebensversicherung vielleicht mal als positives Investment zu sehen war, heute jedoch längst nicht mehr ist.

Die Laufzeiten der Verträge sind zu lang und Flexibilität ist nicht gegeben. Dafür sind die Kosten sehr hoch, die für die Verwaltung der Verträge anfallen.

Derzeit liegt der Zinssatz bei 1,75 Prozent, was deutlich weniger ist, als zum Beispiel bei einem Tagesgeldkonto. Dafür kommt allerdings die Überschussbeteiligung von teilweise vier Prozent hinzu.
Derzeit geht die Empfehlung der Fachleute dahin, Altverträge unbedingt zu halten, bei Neuverträgen jedoch vorsichtig mit dem Abschluss zu sein.

Für Verträge, die vor 2005 geschlossen wurden, gelten höhere Garantiezinsen und ein besonderes steuerliches Privileg. Kündigungen erweisen sich zudem in der Regel als Verlustgeschäft.

Als selbstständiger Unternehmer ist die private Krankenversicherung frei wählbar

Als selbstständiger Unternehmer ist die private Krankenversicherung frei wählbar
Unser Sozialsystem sieht vor, dass Menschen, die ihren Lebensunterhalt aus nicht selbstständiger Arbeit verdienen, bis zu einer gewissen Gehaltsklasse gesetzlich krankenversichert sein müssen.

Dies gilt aber nicht für Selbstständige und Freiberufler, denn diese Berufsgruppe kann sich sofort privat Krankenversichern. Allerdings sind viele Selbstständige am Anfang ihrer Berufslaufbahn meist noch freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Dies wird meist aus Kostengründen gemacht. In der privaten Krankenversicherung gelten andere Faktoren, als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Wahl des Zeitpunktes und die Höhe der Deckung sind grundsätzlich eine persönliche Entscheidung.

Die private Krankenversicherung wird nach dem Alter berechnet

In der privaten Krankenversicherung, die kurz auch als PKV bezeichnet wird, gilt das Eintrittsalter als ausschlaggebend. Die Krankenversicherer gehen dabei von dem Versicherungsrisiko aus. Wer also früh, soll heißen, in jungen Jahren eine selbstständige Tätigkeit ausübt, kann mit der PKV durchaus günstiger in der Versicherungsprämie liegen, als bei einer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung.

Denn die gesetzliche Krankenversicherung nimmt das Einkommen als Maßstab für die Krankenversicherung. Des Weiteren stellt der Familienstand eines Unternehmers eine wesentliche Rolle in der PKV dar. Weil eine Familie privat Krankenversichern zu lassen, ist natürlich teurer, als eine Einzelperson. Doch die PKV hat gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung natürlich einige Vorteile.

Bessere Leistungen sind für die Privatversicherung normal

Wer sich dafür entscheidet sich privat Krankenversichern zu lassen, der entscheidet sich meist auch dafür, eine besondere medizinische Versorgung zu erhalten. Die meisten niedergelassenen Ärzte und Fachärzte haben heute schon extra Wartezimmer für Privatpatienten. Diese müssen meist weniger lange auf einen Behandlungstermin warten und werden meist den Kassenpatienten vorgezogen.

Doch auch die Versorgung mit Medikamenten, sowie Heil- und Hilfsmitteln, ist in der privaten Krankenversicherung besser geregelt. Einziger Nachteil ist, dass der Patient meist für die medizinischen Leistungen erstmal in Vorkasse treten muss. Doch dies ist sicher verhandelbar, wenn höhere Rechnungen vom Arzt zu erwarten sind. Neben den normalen medizinischen Leistungen sind Kosten für die Zahnbehandlung extra zu versichern.

Bei der PKV lässt sich der Privatpatient meist vom Chefarzt behandeln

Die private Krankenversicherung hält meist für die Behandlung im Krankenhaus noch spezielle Krankenhaustarife bereit. So kann der selbstständige Unternehmer sich natürlich auch im Krankenhaus den Privatleistungen erfreuen. Die meisten Krankenhäuser halten für Privatpatienten die sogenannten Privatstationen bereit. Darüber hinaus wird meist eine Chefarztbehandlung ohne weitere Kosten genehmigt.

Ein Unternehmer, der sich einer Krankenhausbehandlung unterziehen muss, muss in der Regel sehr viel schneller wieder in der Lage sein seine Geschäfte zu regeln, als ein nicht selbstständiger Arbeitnehmer. Wenn die Familie mitversichert ist, dann gelten auch für die Ehefrau und die Kinder die Vorteile einer Privatkrankenversicherung.

Gemessen an der Leistung für die medizinische Versorgung ist die PKV der normalen Krankenversicherung sicher vorzuziehen. Denn auch, wenn keine Krankenhausbehandlung notwendig wird, die Versicherten in der Privatkrankenversicherung erhalten meist original Medikamente, ohne dass hier eine Zuzahlung erforderlich wird.

Die notwendigen Versicherungen für Freiberufler

Die Versicherungen, die für einen Freiberufler möglich sind, können in die eigene Absicherung und in die Versicherung des beruflichen Bereichs eingeteilt werden.

In die persönliche Absicherung fallen die Sozialversicherungen.
Dazu gehören:

Sie alle sind als sehr wichtig zu bezeichnen und sollten auf jeden Fall abgeschlossen werden. Da die Pflegeversicherung in der Regel mit der Krankenversicherung gekoppelt und letztere in Deutschland vorgeschrieben ist, werden diese beiden ohnehin von jedem Freiberufler abgeschlossen.

Die Frage dabei ist nur, ob privat oder gesetzlich.

Wer sich für die gesetzliche Vorsorge entscheidet und als Künstler oder Publizist tätig ist, kann sich auch über die Künstlersozialkasse versichern lassen.

Das hat den Vorteil, dass auch die Rentenversicherung mit inbegriffen ist. Die Künstlersozialkasse nimmt die Stelle eines Arbeitgebers ein und soll damit dazu beitragen, dass Künstler und Publizisten sozial abgesichert und nicht schlechter gestellt sind, als ein Arbeitnehmer.

Die Unfallversicherung kann bei einem gesetzlichen Anbieter, zum Beispiel der Berufsgenossenschaft, abgeschlossen werden und deckt damit berufsbedingte Unfälle ab. Sie kann durch eine private Unfallversicherung ergänzt werden, wobei auch Unfälle bei privaten Verrichtungen, die beispielsweise neben dem beruflichen Tagesgeschäft erledigt werden, oder Unfälle in der Freizeit versichert sind.

Zu den weniger wichtigen, aber dennoch sinnvollen, Versicherungen für den Freiberufler zählen:

  • Arbeitslosenversicherung
  • Krankentagegeldversicherung
  • Zusatzversicherungen (Zahnersatz, Sehhilfen, Krankenhausaufenthalt)

Die Zusatzkranken-Versicherungen werden privat geschlossen und bewirken, dass auch ein gesetzlich Versicherter dem privat Versicherten gleich gestellt ist.
Damit ist die persönliche Seite der Versicherungen abgedeckt. Nun fehlen noch die wichtigen Versicherungen, die für die berufliche Tätigkeit nötig sind. Auch hier kann die Unfallversicherung angeführt werden, darüber hinaus zählen aber auch die

Sie werden privat abgeschlossen und bewirken, dass der Freiberufler bei Rechtsstreitigkeiten geschützt ist und die Kosten dafür übernommen werden.

Die berufliche Haftpflichtversicherung kann auch durch einen so genannten Haftungsausschluss ersetzt werden, der einfach im Vertrag zwischen Auftraggeber und Freiberufler aufgenommen wird. Allerdings deckt dieser keine Schäden an Personen ab, die sich beispielsweise im Büro des Freiberuflers verletzt haben.

Hierfür müsste der Freiberufler dann wieder mit seinem betrieblichen und privaten Vermögen für alle entstehenden Kosten haften.

Was ist eine abstrakte Verweisung?

Der Verzicht auf die so genannte abstrakte Verweisung ist überaus wichtig für die Gestaltung eines verbraucherfreundlichen Vertrags für die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Diese abstrakte Verweisung haben sich viele Versicherer jahrelang zu Nutze gemacht, wenn es darum ging, um die Leistungserbringung herumzukommen.

Vorteilhaft ist es daher, wenn der Versicherer unabhängig von Alter oder Beruf des Versicherten auf die abstrakte Verweisung verzichtet.

Die Erklärung für die abstrakte Verweisung ist ganz einfach

Wenn der Freiberufler nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben, so kann er durch die abstrakte Verweisung darauf verwiesen werden, einen anderen Beruf zu ergreifen.
Wenn er zum Beispiel nicht mehr als Reisejournalist arbeiten kann, kann er doch immer noch mit einer einfacher Bürotätigkeit beschäftigt werden.
Es ist dabei egal, ob mit dem Jobwechsel ein geringeres soziales Ansehen verbunden ist oder ob überhaupt eine Anstellung zu finden ist.

Was zählt, ist dann einzig und allein die Theorie und die besagt, dass es die Möglichkeit zur Anstellung geben könnte.

Wo oder wann das sein soll, steht auf einem ganz anderen Blatt. Für den Versicherten ist es daher günstiger, wenn die Versicherungsgesellschaft auf die abstrakte Verweisung verzichtet und dies nicht nur für die Erstprüfung, sondern auch für alle folgenden Prüfungen.

Es sollte nur die Rede sein von einer Berufsunfähigkeit, die voraussichtlich länger als sechs Monate andauern wird und die es unmöglich macht, in dem vor Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübten Beruf wieder tätig zu werden.
Damit kann der Versicherer Sie nicht auf eine andere Tätigkeit verweisen und sich so aus der Leistung winden.

Was ist eine konkrete Verweisung?

Als Gegenstück gibt es aber noch die konkrete Verweisung und auf die verzichtet kaum ein Versicherer.

Diese besagt, dass die Rente gestrichen werden darf, für den Fall, dass der Versicherte trotz seiner Berufsunfähigkeit einen Job findet, der kaum ein geringeres soziales Ansehen bedeutet und diesen Job auch tatsächlich ausübt.

Die Arbeit muss damit mit einem ähnlichen Einkommen verbunden sein, wie die frühere Tätigkeit.

Die Versicherung geht dann davon aus, dass keine Berufsunfähigkeit mehr vorliegt und so sieht sie auch keinen Grund für die Zahlung der Rente. Der Anspruch auf die Rente besteht aber trotz eines Jobs weiter, wenn dieser erheblich schlechter bezahlt ist.

Wenn Sie also vorher als Zahnarzt selbstständig waren und dann reißen Sie nur noch Karten im Kino ab, so kann dabei nicht von einer gleichwertigen Stellung die Rede sein

Rente bei Berufsunfähigkeit

Stellen Sie sich vor, Sie würden tatsächlich berufsunfähig.
Welche Kosten kämen weiter auf Sie zu?

Da sind eventuelle Mieten oder Kreditkosten, Lebenshaltungskosten, eventuelle Umbaumaßnahmen aufgrund Ihrer Krankheit oder Behinderung, übliche Nebenkosten, Versicherungen, usw.

Wenn Sie der Hauptverdiener in der Familie sind, sind diese Kosten bei einem kompletten Wegfall des Gehaltes nicht mehr zu bestreiten.

Der soziale Abstieg droht. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte daher so angelegt sein, dass die ausgezahlte Rente zumindest den größten Teil des vorigen Einkommens abdeckt.
Die Versicherung sollte so kalkuliert sein, dass Sie nahe an das frühere Einkommen heranreichen. Gehen Sie bei der Kalkulation nicht davon aus, dass Sie schon noch die ein oder andere Stunde arbeiten können, sondern setzen Sie lieber voraus, Sie könnten gar nichts mehr hinzuverdienen.

Es gibt jedoch nur weniger Anbieter, die eine volle Absicherung des vorigen Nettoeinkommens, im Falle des Freiberuflers ist dies der regelmäßigen Gewinn, vornehmen.

Zwei Drittel bis drei Viertel können meist ohne Probleme abgesichert werden, darüber hinaus wird es schwer. Ein Arbeitnehmer kann hier ausreichend versorgt sein, denn er hat bei entsprechenden Voraussetzungen zusätzlich Ansprüche aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.
Für Freiberufler, die freiwillig in die Rentenkasse eingezahlt haben, gilt das natürlich auch.
Alle anderen sind einzig auf die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung angewiesen, mit denen sie ihre Kosten decken können.

Rechnen Sie damit, dass Sie im schlimmsten Fall nicht einmal mehr die Tätigkeiten in Ihrem eigenen Haushalt ausführen können.
Dann muss auch noch eine Haushaltshilfe bezahlt werden.

Inflation und Nachversicherungsgarantie

Berücksichtigen Sie außerdem die Inflation, denn die Rente, die Sie jetzt vereinbaren, ist in einigen Jahren vielleicht nicht mehr viel wert.

Achten Sie deshalb darauf, dass eine Nachversicherungsgarantie einkalkuliert wird. Diese besagt, dass die Rente flexibel angepasst werden kann und so bis zu 100 Prozent erhöht werden kann – je nach Anbieter.

Möglich ist die Anpassung auch durch die so genannte Dynamisierung, wobei diese starrer ist.

Sie können dabei zwar vereinbaren, dass Sie auch einmal aussetzen, selbst zweimal kann die Dynamik angehalten werden.
Nach dem dritten Aussetzen hintereinander aber stoppt die Dynamisierung und Sie haben keine Möglichkeit mehr, eine Anpassung vorzunehmen,

Wechsel der Krankenkasse vorteilhaft?

Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist schnell vollzogen. Doch nur Vorteile hat diese Art der Versicherung nicht. Schon allein bei den Beiträgen zeigt sich, dass die gesetzlichen Krankenkassen durchaus ihre Vorteile haben. Denn im kommenden Jahr kommt auf die rund 8,9 Millionen Versicherte wieder eine enorme Steigerung der Prämien zu, nachdem die Beiträge bereits in diesem Jahr schon stark angestiegen sind.

Als Grund wird häufig die so genannte medizinische Inflation angegeben, also die Steigerung der Kosten aufgrund besserer und hochwertigerer Behandlungsmethoden.

Die gesetzliche Krankenversicherung kann ihren Mitgliedern mit einer Steigerung von nur rund der Hälfte des Satzes, um den die Prämien für die private Versicherung steigen sollen, begegnen.
Ein Wechsel der privaten Krankenversicherung ist aber mit teils erheblichen Risiken verbunden, was also durchaus zu bedenken ist.

Es kann zum Beispiel sein, dass ein Teil der Altersrückstellungen gestrichen wird, wenn der Anbieter gewechselt wird. Einige Kunden müssen sich auch einer erneuten Gesundheitsprüfung unterziehen. Hiermit verbunden sein können Zuschläge oder Ausschlüsse von Leistungen, denn inzwischen ist der Versicherte älter und es sind vielleicht Krankheiten hinzugekommen.

Für junge und gesunde Freiberufler kann der Wechsel günstig sein, aber eben nur für diese und wenn sie noch nicht lange in die Private Krankenversicherung eingezahlt haben.
Für alle anderen kann der Wechsel teuer werden. Die Versicherungen müssen den Kunden allerdings die Möglichkeit geben, in einen anderen Tarif zu wechseln, auch wenn sie dies gar nicht gern sehen. Der Kunde sollte beim Wechsel des Tarifs darauf achten, dass sich keine Lücken in der Versorgung für ihn auftun.

Im Streitfall das Versicherungsrecht nutzen

Jeder Versicherte hat Rechte.

Das weiß er selbst und das wissen auch die Versicherungsunternehmen. Dennoch kommt es nicht selten zu Streitfällen, bei denen einer beteiligten Partei seine Rechte häufig abgesprochen oder nur eingeschränkt gewährt werden.

So kann es im Schadensfall sein, dass die Versicherung nur einen Teil des Schadens an den Freiberufler begleichen möchte oder die Zahlung gar nicht erst ausführt.

Der Versicherte ist natürlich der Meinung, dass er im Recht sei und schon ist der Streit ins Rollen gebracht worden. Allerdings müssen diese Streitigkeiten nicht immer vor Gericht enden, auch außergerichtliche Streitbeilegungen sind möglich.
Ganz wichtig ist natürlich die umfassende Beratung des Versicherten. Er kann sich zum Beispiel über die kostenlosen Anwalts-Hotlines beraten lassen. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, hier mit Fragen mit kompliziertem Hintergrund aufzuwarten.

Denn sobald eine Einsichtnahme in schriftliche Unterlagen nötig wird, kann der Anwalt am Telefon gar keine ausreichend qualifizierte Antwort geben, selbst, wenn es sich um einen Fachanwalt auf dem Gebiet der Versicherungen handelt. Dies ist übrigens ein Punkt, der unbedingt bei jeder Beratung seitens eines Anwaltes beachtet werden sollte.

Es sollte sich um einen Fachanwalt handeln, der eine gewisse praktische Erfahrung bei der Behandlung von Streitfällen aus dem Versicherungswesen nachweisen kann.

Zudem sollte er theoretisches Wissen in Lehrgängen und ähnlichen Weiterbildungen erworben haben. Ist er offiziell nicht als Fachanwalt für das Versicherungsrecht deklariert, so sollte nach seinen Erfahrungen diesbezüglich gefragt werden.

Wer einen Anwalt benötigt, wird sich natürlich mit dessen Gebühren konfrontiert sehen. Der Rechtsberater muss diese bereits beim ersten Beratungsgespräch ansprechen und die Vereinbarungen sollten schriftlich festgehalten werden. So werden unliebsame Überraschungen das Honorar betreffend vermieden. Einige Anwälte bieten sogar eine kostenfreie erste Beratung an. Das Honorar ist teilweise auch verhandelbar. Zudem sind die Honorare gesetzlich festgelegt, verlangt der Anwalt mehr, muss dies schriftlich vereinbart werden.

Neben den Anwälten bieten auch die Verbraucherorganisationen sehr gute Beratungen zum Versicherungsrecht an. Allerdings sind die Angebote der Organisationen bundesweit nicht einheitlich geregelt, auch die Gebühren, die für die Beratung anfallen, sind unterschiedlich. Auch hier gilt, dass telefonische Auskünfte bei einfachen Sachlagen sinnvoll sind, bei komplizierten Fällen aber eine persönliche Beratung und Einsichtnahme in die Unterlagen wichtig sind.