Die besten Versicherungen für Freiberufler und Selbstständige im Vergleich

Als Freiberufler oder Selbstständiger haben Sie einen gewissen Sonderstatus in vielerlei Hinsicht. Sie haben keinen festen Arbeitgeber und damit auch kein festes Gehalt. Das macht es für viele Versicherungen schwierig, Ihnen einen guten Beitragssatz anzubieten.

Ganz gleich ob Sie nun eine Krankenversicherung abschließen möchten oder eine Haftpflicht für Ihre Tätigkeit suchen, auf unserer Website finden Sie zahlreiche Informationen zu verschiedenen Versicherungen, sodass Sie schneller die richtige Entscheidung treffen können.

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Die Versicherungen, die für einen Freiberufler möglich sind, können in die eigene Absicherung und in die Versicherung des beruflichen Bereichs eingeteilt werden.

In die persönliche Absicherung fallen die Sozialversicherungen.
Dazu gehören:

Sie alle sind als sehr wichtig zu bezeichnen und sollten auf jeden Fall abgeschlossen werden. Da die Pflegeversicherung in der Regel mit der Krankenversicherung gekoppelt und letztere in Deutschland vorgeschrieben ist, werden diese beiden ohnehin von jedem Freiberufler abgeschlossen.

Die Frage dabei ist nur, ob privat oder gesetzlich.

Wer sich für die gesetzliche Vorsorge entscheidet und als Künstler oder Publizist tätig ist, kann sich auch über die Künstlersozialkasse versichern lassen.

Das hat den Vorteil, dass auch die Rentenversicherung mit inbegriffen ist. Die Künstlersozialkasse nimmt die Stelle eines Arbeitgebers ein und soll damit dazu beitragen, dass Künstler und Publizisten sozial abgesichert und nicht schlechter gestellt sind, als ein Arbeitnehmer.

Die Unfallversicherung kann bei einem gesetzlichen Anbieter, zum Beispiel der Berufsgenossenschaft, abgeschlossen werden und deckt damit berufsbedingte Unfälle ab. Sie kann durch eine private Unfallversicherung ergänzt werden, wobei auch Unfälle bei privaten Verrichtungen, die beispielsweise neben dem beruflichen Tagesgeschäft erledigt werden, oder Unfälle in der Freizeit versichert sind.

Zu den weniger wichtigen, aber dennoch sinnvollen, Versicherungen für den Freiberufler zählen:

  • Arbeitslosenversicherung
  • Krankentagegeldversicherung
  • Zusatzversicherungen (Zahnersatz, Sehhilfen, Krankenhausaufenthalt)

Die Zusatzkranken-Versicherungen werden privat geschlossen und bewirken, dass auch ein gesetzlich Versicherter dem privat Versicherten gleich gestellt ist.
Damit ist die persönliche Seite der Versicherungen abgedeckt. Nun fehlen noch die wichtigen Versicherungen, die für die berufliche Tätigkeit nötig sind. Auch hier kann die Unfallversicherung angeführt werden, darüber hinaus zählen aber auch die

Sie werden privat abgeschlossen und bewirken, dass der Freiberufler bei Rechtsstreitigkeiten geschützt ist und die Kosten dafür übernommen werden.

Die berufliche Haftpflichtversicherung kann auch durch einen so genannten Haftungsausschluss ersetzt werden, der einfach im Vertrag zwischen Auftraggeber und Freiberufler aufgenommen wird. Allerdings deckt dieser keine Schäden an Personen ab, die sich beispielsweise im Büro des Freiberuflers verletzt haben.

Hierfür müsste der Freiberufler dann wieder mit seinem betrieblichen und privaten Vermögen für alle entstehenden Kosten haften.

Selbstständige tragen neben dem unternehmerischen auch das betriebliche und persönliche Risiko. Für die Absicherung der Risikobereiche bietet sich eine Vielzahl von Versicherungen. Dieser Artikel liefert fundierte Informationen, welche Versicherung für selbstständig Tätige existentiell ist und was im Rahmen dieser privaten Vorsorge zu beachten ist.

 

Private oder gesetzliche Krankenversicherung

In Deutschland zählt die Krankenversicherung zu den gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtversicherungen. Selbstständige haben die Wahlfreiheit zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder der privaten Krankenversicherung (PKV).

 

Gesetzliche Krankenversicherung

Der Beitrag bei der GKV richtet sich im Rahmen der freiwilligen gesetzlichen Mitgliedschaft nach dem jeweiligen Einkommen. Bei Existenzgründern erfolgt die Beitragsbemessung nach einer Schätzung. Zu beachten ist, dass Selbstständige regelmäßig die Höhe des Einkommens nachweisen müssen. Anpassungen in der Beitragshöhe richten sich nach der Höhe des jährlichen Nettoeinkommens im Steuerbescheid. Je nach Einkommen und monatlichem Beitrag kann der Versicherungsnehmer dazu verpflichtet werden, Zuzahlungen bei Rezepten oder Verordnungen zu leisten. Bei einem Krankenhausaufenthalt fallen dadurch Kosten an. Die GKV bietet so genannte “Selbstbehalttarife”. Mitglieder verpflichten sich, Behandlungskosten bis zu einem vereinbarten Betrag im Jahr aus eigener Tasche zu zahlen. Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgeleistungen sind hiervon ausgenommen. Im Gegenzug erhalten Mitglieder eine Prämie.

 

Private Krankenversicherung

Der Beitrag der privaten Krankenversicherung ist vom Einkommen unabhängig. Die private Krankenkasse bietet die Möglichkeit, Leistungen entsprechend den eigenen Bedürfnisse anzupassen, sodass Selbstständige Beiträge reduzieren können. Der Vorteil der PKV liegt darin, dass mit Beginn der Selbstständigkeit gewisse Leistungen (z.Bsp.: Einzelbettzimmer, Chefarztbehandlung) reduziert werden können. Ist die Gründungsphase überstanden, kann der Selbstständige in einen leistungsstärkeren Tarif wechseln. Sparen können Selbstständige bei der Selbstbeteiligung. Dieser festgeschriebene Betrag ist der Anteil, den der Versicherte in einem Versicherungsjahr immer selbst zu tragen hat. Mit einer höheren Selbstbeteiligung können die Beiträge der PKV gesenkt werden. Die private Krankenversicherung zahlt Mitgliedern pro Jahr Beiträge zurück, wenn keine Leistungen in Anspruch genommen werden. Diese Möglichkeit bieten alle privaten Krankenversicherer.

Wichtig: Die Höhe der Selbstbeteiligung sollte immer als Rücklage pro Jahr zur Verfügung stehen.

 

Gesundheitsfragen bei der PKV

Private Krankenversicherer haben kein Recht, vor dem Vertagsabschluss Erkundigungen bezüglich des Gesundheitszustandes des Antragstellers einzuholen. Um den Gesundheitszustand des Antragstellers zu beurteilen, muss ein so genannter “Gesundheitsbogen” ausgefüllt werden, in dem etwaige Vorerkrankungen aufgeführt werden. Die Angaben sollten wahrheitsgemäß und richtig sein. Idealerweise bestätigt der Hausarzt, dass keine gesundheitlichen Probleme vorliegen oder fügt einen Anamnesebogen aus, der das Krankheitsbild schildert. Es ist ratsam, die Angaben des Arztes dem Gesundheitsbogen beizufügen. Dadurch kann der Versicherer den Beitrag entsprechend anpassen. Späteren Ausschlüssen oder Obliegenheitsverstössen kann so vorgebeugt werden.

Es zählt nur das, was schriftlich im Vertrag oder als Nebenabrede fixiert ist. Deshalb sollten alle zusätzlichen Vereinbarungen in schriftlicher Form vorliegen und seitens des Versicherers bestätigt werden. Eventuelle mündliche Absprachen mit Versicherungsagenten- oder maklern haben keine Beweiskraft!

 

Individuell statt Mainstream

Die PKV bietet einen individuellen Schutz, der dem Baukastenprinzip folgt. Dadurch können Selbstständige ihren Leistungsumfang selbst bestimmen. Die Beiträge richten sich nicht nach dem Einkommen, was für Selbstständige lohnend sein kann. Durch Altersrückstellungen wird verhindert, dass Beiträge im Rentenalter steigen. Selbstständige können im Rahmen der PKV einen individuellen Schutz erhalten und Krankentagegeld mitversichern.

Gut zu wissen: Die Beiträge zur Krankenversicherung können steuerlich geltend gemacht werden. Auch die finanziellen Aufwendungen für die private Vorsorge erkennen Finanzämter bis zu einer gewissen Grenze an.

 

Pflegeversicherung

Selbstständige und Freiberufler müssen eine Pflegeversicherung vorweisen. Bei der freiwilligen gesetzlichen Krankenkasse sind Mitglieder bei der angebundenen Pflegekasse mitversichert. Selbstständige zahlen den gleichen Beitragssatz wie Arbeitnehmer, erhalten aber keinen Arbeitgeberzuschuss. Die PKV bietet ebenfalls Pflegeversicherungen an. Selbstständige können frei wählen, wo die Pflegeversicherung abgeschlossen wird. Private Krankenkassen bieten die Pflegeversicherung in der Regel in Kombination mit der Krankenversicherung an.

Wichtig: Es ist sinnvoll, Pflege- und Krankenversicherung bei einem Versicherer abzuschließen. Im Bedarfsfall lassen sich Zuständigkeitsdifferenzen zwischen den Versicherungsgesellschaften vermeiden, die eine temporären Zahlungsausfall für den Versicherten zur Folge haben kann.

 

Private Rentenversicherung

Selbstständige haben keinen Anspruch auf die gesetzliche Rente und müssen Selbstvorsorge betreiben, um im Alter den Lebensstandard zu sichern. Es besteht die Möglichkeit, freiwillig in die staatliche Rentenkasse zu zahlen oder private eine Rentenversicherung abzuschließen. Private Rentenversicherungen sind vom Kapitalmarkt abhängig und bieten eine Mindestverzinsung der eingezahlten Beiträge. Diese Mindestverzinsung sollte als Maßstab genommen werden, denn sie gibt den Betrag wieder, der garantiert mit Rentenalter ausgezahlt wird. Die private Rentenversicherung bietet eine flexible Möglichkeit der Altersvorsorge und kann an die individuellen Bedürfnisse sowie Möglichkeiten angepasst werden.

 

Private Unfallversicherung

Die private Unfallversicherung sichert gegen die Folgen eines Unfalls ab. Sowohl die Kosten eines medizinischen Notfalls im Rahmen eines Unfalls als auch die eventuell längeren Folgen einer leichten oder schweren Invalidität sowie die Rehabilitation sind im Rahmen der Unfallversicherung abgedeckt. Ungeachtet der Schuldfrage deckt die private Unfallversicherung nur die Schäden des Versicherungsnehmers.

Zu beachten: In erster Linie deckt die Unfallversicherung schwere Unfälle ab, aus denen schwere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Um die eigene Arbeitskraft abzusichern, ist eher eine Berufsunfähigkeitsversicherung geeignet.

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Für Selbstständige ist die eigene Arbeitskraft entscheidend. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) leistet, wenn die versicherte Person voraussichtlich für mindestens sechs Monate ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht nachgehen kann. Die Berufsunfähigkeit ist für Selbstständige ein elementarer Schutz. Wichtig ist, dass auch bei dieser Versicherung ein Gesundheitsbogen ausgefüllt werden muss. Die Höhe der maximalen Leistungen pro Jahr richtet sich nach dem tatsächlichen Einkommen, das aus dem Steuerbescheid hervorgeht. Versicherte können nur das Einkommen versichern, das tatsächlich generiert wurde. In einem Leistungsfall muss dieses Einkommen nachgewiesen werden. Versicherer können eine Obliegenheitsverletzung geltend machen, wenn das Einkommen oder die gesundheitlichen Angaben falsch sind. Das bedeutet, die BU leistet nicht.

Zahlreiche Versicherer bieten neben der PKV auch die BU an. Es ist empfehlenswert, beide Versicherungen bei einer Gesellschaft abzuschließen. Gutachten und ärztliche Befunden werden im Leistungsfall von der PKV an die BU weitergeleitet, was die administratorischen Anforderungen verringert.

 

Rechtsschutzversicherung

Selbstständige sind zahlreichen Prozessrisiken ausgesetzt. Das Einklagen von Honoraren, Urheberrechtsverletzungen etc. können hohe Kosten verursachen. Die private Rechtsschutzversicherung deckt diese Kosten nicht, weshalb Selbstständige eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung benötigen. Diese muss maßgescheidert auf die jeweiligen Anforderungen des Berufsfeldes sein. Die gewerbliche Rechtsschutzversicherungen zahlt die Kosten für Anwalt, Gericht, Sachverständige, Gutachter und Zeugen, wenn ein Gerichtsverfahren anhängig ist. Die gewerbliche ist teurer als die private Rechtsschutzversicherung. Existenzgründer haben oft begrenzte Mittel, weswegen der Fokus auf die Krankenversicherung, Pflegeversicherung, BU und Kfz-Versicherung gelegt werden sollte. Mit wachsendem Erfolg und steigenden Einkommen kann der Versicherungsschutz sukzessive ausgeweitet werden.

 

Kfz-Versicherung

Dienstreisen und Kundenbesuche sind für Selbstständige in der Regel obligatorisch. Das Fahrzeug muss entsprechend versichert sein. Die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung ist obligatorisch, gesetzlich vorgeschrieben und deckt die Schäden des Unfallgegners ab. Bei der Kaskoversicherung haben Versicherte Wahlfreiheit, denn sie untergliedert sich in Teilkasko und Vollkasko. Beide Varianten sichern Schäden am eigenen Fahrzeug ab, weshalb die Kaskoversicherung einen zusätzlichen Schutz bietet.

 

Teilkaskoversicherung

Im Rahmen der Teilkasko ist das eigene Fahrzeug gegen

  • Brand und Explosion
  • Diebstahl (auch Einbruchsdiebstahl) und Raub
  • Schmor- und Glasbruchschäden
  • Marderbiss ohne Folgeschaden
  • unmittelbare Einwirkung von Hagel, Überschwemmung, Sturm oder Blitzschlag

Die Höhe des Beitrags richtet sich nach Fahrzeugtyp, Fahrzeugalter bei Zulassung auf Versicherungsnehmer, Schadensfreiheitsrabatt, jährlicher Kilometerleistung, Alter des Fahrers (Personen unter 23-25 Jahren)

 

Vollkaskoversicherung

Die Vollkaskoversicherung trägt die Schäden am eigenen Fahrzeug im Falle eines Unfalls unabhängig von der Schuldfrage. Weiter versichert sind alle Beschädigungen am Fahrzeug, die durch eigenes und nicht vorsätzliches Verschulden verursacht werden.
Welche Art der Kraftfahrzeugversicherung gewählt wird, hängt maßgeblich vom Fahrzeugtyp und dem Wiederbeschaffungswert im Schadensfall ab. Selbstständige, die auf das eigene Fahrzeug angewiesen sind und nicht die Mittel zur Verfügung haben, im Schadensfall alle Kosten der Reparatur etc. selbst zu zahlen, sind mit der Vollkasko umfassen abgesichert. Versicherer bieten Flottentarife an, wenn mehrere Fahrzeuge von einem Unternehmen gehalten werden, was die Beiträge verringert.