Auslaufmodell Kapitallebensversicherung

Rund 185 Jahre alt ist die Lebensversicherung in Deutschland. In der Zeit haben sich viele große Versicherer auf dem Markt etabliert, einige davon agieren international.

Die Produkte wurden immer besser an den tatsächlichen Bedarf angepasst, wobei am bekanntesten wohl die Risiko- und die Kapitallebensversicherung sein dürften.

Und dennoch scheint es so, als hätte das Modell der Kapitallebensversicherung nun ihr endgültiges Ende erreicht.

Funktion der Kapitallebensversicherung

Die Laufzeit für die Kapitallebensversicherung kann frei gewählt werden, meist endet sie aber mit dem Eintritt in das Rentenalter.

Mit Ende der Laufzeit bekommt der Versicherungsnehmer eine bestimmte Summe ausgezahlt, die sich aus seinen Beiträgen, den angelaufenen Zinsen sowie den ausgeschütteten Überschussbeteiligungen zusammensetzt.

Stirbt der Versicherungsnehmer, so wird die Summe den Hinterbliebenen bzw. der im Versicherungsvertrag genannten Person ausgezahlt. Jetzt, in den Zeiten der Krise jedoch, hinterfragen viele Versicherte ihr Modell, welches nicht nur der Risikoabsicherung dient, sondern in erster Linie der Altersvorsorge.

Positives Investment?

Experten gehen heute davon aus, dass die Kapitallebensversicherung vielleicht mal als positives Investment zu sehen war, heute jedoch längst nicht mehr ist.

Die Laufzeiten der Verträge sind zu lang und Flexibilität ist nicht gegeben. Dafür sind die Kosten sehr hoch, die für die Verwaltung der Verträge anfallen.

Derzeit liegt der Zinssatz bei 1,75 Prozent, was deutlich weniger ist, als zum Beispiel bei einem Tagesgeldkonto. Dafür kommt allerdings die Überschussbeteiligung von teilweise vier Prozent hinzu.
Derzeit geht die Empfehlung der Fachleute dahin, Altverträge unbedingt zu halten, bei Neuverträgen jedoch vorsichtig mit dem Abschluss zu sein.

Für Verträge, die vor 2005 geschlossen wurden, gelten höhere Garantiezinsen und ein besonderes steuerliches Privileg. Kündigungen erweisen sich zudem in der Regel als Verlustgeschäft.