Beitragsrückerstattung private Krankenversicherung

Werden Leistungen nicht in Anspruch genommen, so kann eine Rückzahlung der Beiträge von der privaten Krankenversicherung vorgenommen werden.

Unterschieden wird dabei zwischen der erfolgsabhängigen und der erfolgsunabhängigen Rückerstattung.

Die erfolgsunabhängige Rückerstattung

Die erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung trägt ihren Namen daher, weil sie unabhängig vom Überschuss des Versicherers gewährt wird.

Der versicherte Freiberufler besitzt einen garantierten Anspruch auf die Zahlung, egal, wie das Geschäftsergebnis des Unternehmens ausfällt.

In der Praxis besitzt diese Rückerstattung kaum eine Bedeutung.
Im Grunde genommen müsste sie über die Beiträge der Versicherten finanziert werden, was in Form von Zuschlägen zu erreichen wäre. Der Versicherte würde damit seine eigene Rückerstattung zahlen.

Die erfolgsabhängige Rückerstattung

Bei der erfolgsabhängigen Rückerstattung erfolgt eine Beteiligung des ersicherten Freiberuflers am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.
Sie wird auch nur dann gewährt, wenn in dem betreffenden Tarif ein Überschuss erwirtschaftet wird.

Überschüsse können zum Beispiel durch Zinserträge von mehr als 3,5 Prozent erwirtschaftet werden, durch niedrigere Betriebs- und Verwaltungskosten, durch nicht in Anspruch genommene Sicherheitszuschläge und durch geringere Aufwendungen für Versicherungsleistungen.

Die erfolgsabhängige Rückerstattung wird durch eine Barauszahlung vorgenommen, die bis zu sechs Monatsbeiträge betragen kann, oder durch Verwendung zur Vermeidung von Beitragserhöhungen.
Diese Überschüsse bekommt der Versicherte dann nicht direkt ausgezahlt.

Er wird aber von einer Erhöhung der Beiträge verschont oder kann sogar damit rechnen, dass seine Beiträge bei gleicher Leistung gesenkt werden.

Die Auszahlung der erfolgsabhängigen Rückerstattung ist an einige Voraussetzungen gebunden. So dürfen zum Beispiel im vergangenen Versicherungsjahr keine Leistungen durch den versicherten Freiberufler in Anspruch genommen worden sein.

Außerdem muss die Versicherung im gesamten zurückliegenden Versicherungsjahr kontinuierlich bestanden haben und die Versicherung muss auch am 30. Juni des folgenden Jahres noch bestehen. Die Rückerstattung erfolgt auch nicht vor dem 01. Juli des nächsten Jahres.

Welchen Zweck verfolgt nun die Beitragsrückerstattung?

Sie soll verhindern, dass die so genannten Bagatellrechnungen eingereicht werden. Damit soll erreicht werden, dass die Versicherten nicht jede kleine Rechnung einreichen und die Belege lieber sammeln, bis die Summe der Beitragsrückerstattung überschritten ist.

Für die Versicherung wird damit erreicht, dass die Kosten für die Verwaltung gesenkt werden, denn es müssen weniger Anträge auf Erstattung bearbeitet werden. Die Versicherten haben damit die Möglichkeit, direkt an der Einsparung von Kosten mitzuwirken und profitieren am Ende selbst davon.

In der Pflegeversicherung gibt es übrigens keine Beitragsrückerstattung, hier werden die Überschüsse für die Senkung von Beiträgen oder Verbesserung der Leistungen verwendet.