Was bringt die Erwerbsminderungsrente für Freiberufler?

Für Neurentner wurde ab dem 01. Januar 2001 die Erwerbsunfähigkeitsrente abgeschafft. Ersetzt wurde sie durch die Erwerbsminderungsrente, die aber kein vollwertiger Ersatz ist.

Den Anspruch auf die volle Leistung aus dieser Versicherung hat nur derjenige, der pro Tag nicht einmal mehr drei Stunden arbeiten kann, was sich sehr schwer nachweisen lässt, denn hier muss schon eine schwere Erkrankungen oder Behinderung vorliegen.


Anspruch auf die halbe Erwerbsminderungsrente hat derjenige, der noch zwischen drei und sechs Stunden pro Tag arbeiten gehen kann.

Wer zu mehr als sechs Stunden Arbeit am Tag in der Lage ist, bekommt gar nichts. Der Maßstab ist aber nicht die jetzige Tätigkeit, sondern jede nur erdenkbare Tätigkeit.

Dabei muss hingenommen werden, dass diese Tätigkeit vielleicht sozial weniger gut angesehen ist. Die Arbeitsfähigkeit wird als Restleistungsvermögen bezeichnet.
Die Höhe der Erwerbsminderungsrente hängt davon ab, wie sich das persönliche Einkommen gestaltet und wie viele Versicherungsjahre vorliegen. Das heißt für einen Freiberufler, der nicht freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, aber auch, dass er gar keinen Anspruch hat oder nur einen sehr geringen. Letzteres ist immer dann der Fall, wenn wenigstens einige Versicherungsjahre vorliegen, etwa durch Ausbildung und spätere Tätigkeit als Angestellter, ehe der Sprung in die freiberufliche Tätigkeit gewagt wurde.

Die Erwerbsminderungsrente betrug im Jahr 2007 durchschnittlich 611 Euro, zugesprochen bekamen sie rund 160.000 Menschen. Der monatliche Betrag ist erschreckend wenig und es dürfte schwer werden, davon eine Familie zu ernähren.


Und noch etwas stellt sich als Hindernis heraus:
die Wartezeit.
Es muss mindestens 60 Monate lang in die Rentenkasse eingezahlt worden sein, vor der Erkrankung müssen mindestens 36 Monate in den letzten fünf Jahren eingezahlt worden sein. Wenn sich also Lücken im Versicherungslauf zeigen, kann es sein, dass die Erwerbsminderungsrente nicht gezahlt wird.

Ältere Freiberufler sollten unbedingt ihre Pflichtversicherung beibehalten

Für einen Freiberufler heißt das, dass er sehr genau überlegen sollte, ob er sich aus der Pflichtversicherung gänzlich verabschiedet oder doch noch Beiträge zahlt.

Dies ist auf Antrag möglich. Vor allem für ältere Freiberufler ist das empfehlenswert, wenn sie schon eine Reihe von Vorerkrankungen haben und entweder gar nicht oder nur mit hohen Beiträgen in die Berufsunfähigkeitsversicherung aufgenommen werden würden.

Die Erwerbsminderungsrente kommt auch für diejenigen in Betracht, die einen so genannten Risikoberuf ausüben und gar nicht in die Berufsunfähigkeitsversicherung kommen würden. Sinnvoll ist es meist auch, freiwillig Mitglied in der Berufsgenossenschaft zu bleiben, das sichert zusätzliche Ansprüche im Falle eines Unfalls.