Rechtsbereiche beim Rechtsschutz

Wer als Freiberufler eine Rechtsschutzversicherung abschließen möchte, sollte vorher überlegen, welche Risiken abgesichert werden sollen.

Denn es gibt verschiedene Rechtsbereiche, die sich auf den beruflichen oder den privaten Bereich erstrecken. Ist ein Bereich nicht in der Versicherung eingeschlossen, kann dafür auch keine Leistung in Anspruch genommen werden.

 

Die Rechtsbereiche im Einzelnen:

1. Der Schadenersatzrechtsschutz

Die Rechtsschutzversicherung für den Bereich Schadensersatz greift immer dann, wenn zum Beispiel ein Unfallgegner sich weigert, die Kosten für die Schadensbehebung an Personen oder Sachgegenständen zu tragen. In dem Zuge kann auch die Zahlung von Schmerzensgeld durchgesetzt werden. Ein Anwalt vertritt den Versicherten vor Gericht, die Kosten trägt die Versicherung.

 

2. Der Sozialgerichtsrechtsschutz

Der Freiberufler muss seinen Job an den Nagel hängen und meldet sich bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend. Trotz freiwilliger Arbeitslosenversicherung wird ihm die Zahlung einer Unterstützung verweigert. Er klagt vor einem deutschen Sozialgericht und die Versicherung übernimmt die Kosten dafür.
Rechtsbereiche im Rechtsschutz

 

3. Der Arbeitsrechtsschutz

Außergerichtliche und gerichtliche Streitigkeiten sind hier versichert, wenn sie aus einem Arbeitsverhältnis heraus entstehen. Wer also ungerechtfertigt seine Kündigung erhält und dagegen Klage einreicht, kann die Kosten über die Versicherung tragen lassen. Dies ist unabhängig vom Ausgang des Verfahrens.

4. Der Beratungsrechtsschutz

Der Freiberufler und seine Ehepartnerin haben sich getrennt und wollen sich nun zur Scheidung beraten lassen. Die Kosten für die anwaltliche Beratung werden über die Versicherung getragen. Wird der Anwalt weiter tätig, kann es sein, dass die Kosten nicht mehr übernommen werden.

5. Der Strafrechtsschutz

Wird gegen den Versicherten ein Verfahren wegen einer Straftat eingeleitet; die Versicherung hilft, wenn kein Vorsatz nachgewiesen werden kann. Ist das aber der Fall, besteht kein Versicherungsschutz. Ein Beispiel dafür ist das vorsätzliche Entfernen vom Unfallort oder die vorsätzlich unterlassene Hilfeleistung.

6. Der Ordnungwidrigkeitenrechtsschutz

Der Versicherungsnehmer bekommt einen Bußgeldbescheid zugestellt, weil er unrechtmäßig Müll entsorgt hat. Er legt Einspruch dagegen ein. Die Versicherung übernimmt alle dabei anfallenden Kosten, die Schuldfrage spielt dabei keine Rolle, ebenso nicht der voraussichtliche Ausgang des Verfahrens.

7. Der Disziplinar- und Standesrechtsschutz

Der Ehepartner, der im öffentlichen Dienst beschäftigt ist, wird nach Abschluss eines Strafverfahrens wegen eines Verkehrsunfalls vom Dienstgeber disziplinarisch verfolgt. Ein Anwalt soll sich der Sache annehmen. Die Kosten dafür übernimmt die Versicherung, auch die Kosten für eine eventuell notwendig werdende Verhandlung werden getragen.

8. Der Steuerrechtsschutz vor Gerichten

Die Werbungskosten, die der Freiberufler bei seiner Steuererklärung angesetzt hat, wurden nicht berücksichtigt. Gegen den Steuerbescheid wird Einspruch eingelegt. Die Kosten dafür sowie für das anhängige Verfahren trägt die Versicherung.

9. Der Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz

Der Vermieter Ihres Büros kündigt Ihnen wegen Eigenbedarf. Sie legen Einspruch dagegen ein, weil der Vertrag über mehrere Jahre festgesetzt war und es für Sie unzumutbar ist, mit Ihrem Büro umzuziehen. Die Kosten für das Verfahren trägt die Versicherung.

10. Der Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht

Ein Kunde erhebt Einwände gegen eine von Ihnen erbrachte Leistung. Sie gehen mit der Forderung des Kunden allerdings nicht mit und lassen es auf einen Streit ankommen. Die anwaltliche Vertretung sowie die eventuell nötigen Gerichtskosten werden durch die Versicherung übernommen.

11. Der Verwaltungsrechtsschutz in Verkehrssachen

In dieser Versicherung sind alle Punkte, die mit dem Führerschein in Zusammenhang stehen, versichert. Wer also mit Einschränkungen seiner Fahrerlaubnis rechnet oder den Führerschein abgeben muss, kann dagegen Einspruch erheben und auf die Leistung durch die Versicherung zählen.

12. Der Verwaltungsgerichtsrechtsschutz

Die Zulassung zum gewünschten Studium wird verweigert, weil bestimmte Zulassungsvoraussetzungen angeblich nicht gegeben sind. Der Betroffene legt dagegen Einspruch ein und lässt den Vorgang vor einem Verwaltungsgericht prüfen. Die Kosten für das Verfahren übernimmt die Versicherung.

13. Der Opferrechtsschutz

Die Versicherung besteht für die aktive Verfolgung von Straftätern. Die Straftaten, die hier erfasst werden, müssen aber im Versicherungsvertrag genau enthalten sein. Meist ist der Versicherungsschutz und damit die Übernahme von Kosten für eine Nebenklage enthalten.

14. Weitere Leistungsarten

Weitere Rechtsbereiche können zusätzlich versichert werden. Das betrifft zum Beispiel den Spezial-Strafrechtsschutz oder den Steuerrechtsschutz.