Hausratsversicherungen im Vergleich

Wer als Selbstständiger oder Freiberufler von zu Hause aus im eigenen Home-Office seiner Arbeit nachgeht, sollte sich rechtzeitig um eine passende Versicherung kümmern. Eines der wichtigsten Versicherungen ist die Hausratversicherung. Diese deckt aber nicht immer automatisch entstandene Schäden des Home-Offices ab. Worauf beim Abschluss einer Hausratversicherung geachtet werden sollte, beantwortet der folgende Ratgeber zur Thematik ausführlich.

 

Reicht die klassische Hausratversicherung zur Absicherung vom Home-Office aus?

Leider gibt es hier keine allgemeingültige Antwort, da jede Hausratversicherung das Home-Office eines Freiberuflers anders behandelt. Wer seine freiberuflichen Tätigkeit in den eigenen vier Wänden nachgeht, der kann in der Regel seine Arbeitsgeräte über die klassische Hausratversicherung absichern. Dies gilt insbesondere dann wenn nur eine kleine Arbeitsecke vorhanden ist, in denen die Aufträge bearbeitet werden. In diesem Fall werden die Einrichtungsgegenstände und Arbeitsgerätschaften, die für die freiberufliche Tätigkeit genutzt werden über die normale Hausratversicherung gegen Schäden und Diebstahl mitversichert.

Anders sieht es mit der Absicherung allerdings aus, wenn für die freiberufliche Tätigkeit ein eigenes Arbeitszimmer genutzt wird. Diese gelten in der Hausratversicherung als Arbeitsbereiche und sind meistens nicht mitversichert. Dies hängt aber immer von der gewählten Versicherungspolice ab. In einigen Fällen ist kein Versicherungsschutz geboten, wenn das Arbeitszimmer über einen separaten Eingang verfügt oder wenn Publikumsverkehr herrscht.

Vor Abschluss einer Hausratversicherung als Freiberufler sollte man daher ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Versicherer führen. Zählt das Arbeitszimmer bei der jeweiligen Hausratversicherung nicht zum Versicherungsumfang, ist das in der Regel auch kein allzu großes Problem. Ein separates Home-Office kann bei den meisten Hausratversicherungen nämlich auf Wunsch gegen eine zusätzliche Prämie noch in den Versicherungsschutz mitaufgenommen werden. Wenn dies nicht möglich ist, besteht noch die Möglichkeit eine sogenannte Inhaltsversicherung abzuschließen.

 

Was bei der Selbstbeteiligung beachten?

Ist ein hochwertiges und gut ausgestattetes Home-Office vorhanden, kann die Absicherung über die Hausratversicherung schon sehr teuer werden. Viele spielen daher mit dem Gedanken eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren, die dann im Schadensfall vom Versicherten selbst getragen werden muss. Das bedeutet, wenn eine Selbstbeteiligung von 500 Euro vereinbart wurde, müssen alle Schäden bis zu diesem Wert vom Versicherten selbst übernommen werden. Die Versicherung schaltet sich erst dann ein wenn ein Schäden über den vereinbarten 500 Euro entsteht. Durch eine Selbstbeteiligung lassen sich meistens nur ein paar Euro im Jahr an Prämienzahlungen einsparen, weshalb eine Selbstbeteiligung nicht zu empfehlen ist.

 

Können die Kosten der Hausratversicherung steuerlich geltend gemacht werden?

Die Kosten für die Hausratversicherung, zumindest der Anteil des Home-Offices, kann in Form von Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden und zwar dann wenn für das gesamte Objekt nur eine Hausratversicherung zum Einsatz kommt.

Rechenbeispiel: Wer 1/4 seiner Wohnung für das Home-Office nutzt und eine Versicherungsprämie von 300 zahlt, kann davon 75 Euro in Form von Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.

Beachtet werden sollte hier allerdings, dass diese in der Steuererklärung zu den Werbungskosten gezählt werden. Das Arbeitszimmer wird vom Finanzamt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen anerkannt. Dazu zählen unter anderem die beruflichen Rahmenbedingungen sowie die räumliche Beschaffenheit.

Zu den weiteren erforderlichen Nachweisen gehören außerdem Kontoauszüge, der Versicherungsvertrag und der Beitragsnachweis der Hausratversicherung. Wie bereits erwähnt können die Kosten der Hausratversicherung nur anteilig steuerlich geltend gemacht werden. Zu Grunde gelegt wird hier meistens die Quadratmeterzahl des Arbeitszimmers.

Rechenbeispiel: Weist das Haus oder die Wohnung eine Gesamtwohnfläche von 150 Quadratmetern auf, wobei das Home-Office davon 20 Quadratmeter einnimmt, können 13,33 Prozent aller Kosten der Hausratversicherung abgesetzt werden.

Hinweis: Die Grundfläche wird aber nur dann im Gesamten angerechnet, wenn die Stehhöhe über 2 Meter liegt. Beträgt die Stehhöhe lediglich 1 bis 2 Meter, wird die halbe Grundfläche mit eingerechnet. Bei einer Stehhöhe von unter einem Meter wird nichts mit eingerechnet. Komplett ausgeschlossen sind außerdem Keller und Dachböden und zwar dann wenn diese nicht bewohnt werden. Ebenfalls von der Berechnung ausgeschlossen sind Treppen, Abstellräume und Vorratszimmer. Damit es hier nicht zu fehlerhaften Berechnungen kommt, sollten bei der Steuererklärung entsprechende Planungszeichnungen der jeweiligen Immobilie beigelegt werden.

 

Wie wichtig sind Elementarschäden bei einer Hausratversicherung für Freiberufler?

Auf die Einbeziehung von Elementarschäden sollte man bei einer Hausratversicherung, die auch die Schäden im Home-Office abdeckt, auf keinen Fall verzichten. So ist das Arbeitsequipment auch bei Hochwasser, Schneedruck oder anderen Elementarschäden versichert. In Hochwassergebieten verlangen die Versicherer zwar hohe Zuschläge, dies sollte man aber lieber in Kauf nehmen. Ansonsten bekommt man im Schadensfall keinen Cent.

 

Woran erkenne ich eine gute Hausratversicherung?

Leider gibt es in diesem Segment viele schwarze Schafe, die zum Beispiel keinen umfangreichen Schutz trotz hoher Prämien gewährleisten oder schlicht und einfach einen schlechten Kundenservice haben. Bei einer qualitativ hochwertigen Hausratversicherung für Freiberufler sollten auch Schäden mitversichert sein, die durch grobe Fahrlässigkeit seitens des Versicherten entstanden sind. Dabei kann es sich zum Beispiel um ein gekipptes Fenster handeln, durch welches Unbefugte eingebrochen sind und wichtiges Arbeitsequipment geklaut haben.

Ein Home-Office beinhaltet in der Regel auch eine hochwertige elektronische Ausstattung wie PC, Drucker und Co. Aus diesem Grund sollte die Hausratversicherung auch einen Versicherungsschutz bei Überspannungsschäden durch Blitz beinhalten. Es kann schnell passieren, dass durch ein Gewitter der Blitz einschlägt und die Elektronik einen Defekt erleidet.

 

Kann über die Hausratversicherung auch im Auto mitgeführtes Arbeitsequipment abgesichert werden?

Auch dies ist durchaus möglich. Man sollte aber nicht davon ausgehen, dass das bei einer Hausratversicherung für Freiberufler automatisch im Versicherungsschutz enthalten ist. Daher sollte man diesen Schutz beim Versicherer ansprechen, damit dieser im Leistungskatalog mitaufgenommen wird. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man aufgrund seiner freiberuflichen Tätigkeit viel mit dem Auto unterwegs ist und hochwertiges Equipment mitführt.

Die Schadenssumme sollte hier einige tausend Euro betragen. So ist man definitiv auf der sicheren Seite. Zu empfehlen ist außerdem, dass eine erweiterte Vorsorge eingeschlossen wird. Das stellt sicher, dass im Falle eines Schadens ein Vergleich gezogen wird und zwar zu den Versicherungsbedingungen der anderen Anbieter, die sich auf dem Markt tummeln. Würden diese anderen Anbieter den Schaden zahlen, muss diesen Schaden auch die Hausratversicherung regulieren.

 

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Ein weiterer sehr wichtiger Bereich besteht bei einer Hausratversicherung in der gewählten Versicherungssumme. Leider machen noch immer viele den Fehler und wählen hier einen deutlich zu niedrigen Wert. Eine Unterversicherung sollte unbedingt vermieden werden. Als Anhaltspunkt gilt bei einer Hausratversicherung folgender Wert:

Pro Quadratmeter werden in der Regel 650 bis 700 Euro als Versicherungssumme veranschlagt. Daraus ergibt sich bei einer Wohnung mit einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern eine Versicherungssumme von rund 70.000 Euro. Freiberufler sollten allerdings darauf achten, dass sie den Wert ihrer Büroausstattung plus den Wert ihrer restlichen Einrichtung einmal gründlich überschlagen. So kann die Summe ganz individuell festgelegt werden.

Eine sorgfältige Berechnung schützt außerdem vor einer Unterversicherung, so dass im Schadensfall der Versicherungsschutz ausreicht. Es gibt auch Hausratversicherungen in diesem Segment, die eine einheitliche maximale Versicherungssumme anbieten. Das bedeutet, dass diese Maximalsumme unabhängig vom tatsächlichen Wert der Einrichtung, für den Schadensfall zur Verfügung steht. Meist beläuft sich diese Summe auf bis zu 500.000 Euro. Dies kann ebenfalls eine gute Möglichkeit sein, um sich gegen eine Unterversicherung zu schützen.

 

Welche Dinge sind durch die Hausratversicherung versichert?

Grundsätzlich sichert die Hausratversicherung das gesamte bewegliche Eigentum (Inventar) in Haus oder Wohnung ab. Das bedeutet, dass Schäden an diesem Inventar, die aufgrund von Brand, Explosion, Diebstahl, Wasserschäden, Frostschäden an Heizungen sowie durch Hagel- und Sturmschäden entstanden sind, versichert sind.

Versichert werden können über die Hausratversicherung auch Schäden, die durch Überspannungen, Überschwemmungen und anderen Naturgewalten wie Hochwasser hervorgerufen worden sind. Der genaue Umfang kann je nach Versicherungsgesellschaft etwas variieren.

Hausratversicherung abgedeckte Schäden durch folgende Ereignisse:

  • Blitzschlag, Explosion, Brand
  • Überspannung
  • Einbruchdiebstahl und Raub und den damit verbundenen Reparaturkosten
  • Vandalismus nach einem Einbruch
  • Schäden durch Leitungswasser, meistens auch eine Kostenübernahme für Hotelübernachtungen, falls Wohnung unbewohnbar
  • Hagel und Sturm
  • Elementarschäden gegen Aufpreis
  • Frost- und sonstige Bruchschäden

 

Welches Inventar ist durch die Hausratversicherung für Freiberufler abgedeckt?

  • Einrichtungsgegenstände (Teppiche, Möbel, Gardinen etc.)
  • Verbrauchssachen (Inhalte Speisekammer)
  • Gebrauchsgegenstände (Spülmaschine, Waschmaschine, Besteck, Geschirr etc.)
  • berufliche Ausstattung (Laptop, PC etc.) wenn separat vereinbart

 

Was passiert mit dem Versicherungsschutz bei einem Wohnungswechsel?

Auch bei einem Umzug in eine neue Wohnung, sollte der Versicherungsschutz seitens der Hausratversicherung weiterhin bestehen. In der Regel wird der Schutz der Hausratversicherung nämlich automatisch auf die neue Wohnung übertragen. Trotzdem ist es ratsam vor einem Umzug noch einmal explizit bei der jeweiligen Versicherungsgesellschaft nachzufragen. Besteht der Versicherungsschutz bei einem Umzug, sind während der Umzugsphase sogar beide Wohnungen versichert. Wichtig ist, dass der Versicherte seine neue Anschrift sofort seiner Versicherungsgesellschaft mitteilt.

 

Was bedeutet “in Regress nehmen”?

Wird von der Hausratversicherung ein Schaden reguliert, wird auch gleichzeitig überprüft ob von jemand anderen die gesamte Summe oder ein Teil davon zurückgefordert werden kann. Die Höhe und Art dieser Rückförderung unterscheidet sich von Fall zu Fall. Meistens wird eine Rückförderung dann verlangt, wenn der Versicherte grob fahrlässig einen Schaden verursacht hat.

 

Was bedeutet Zeitwert?

Der Zeitwert beschreibt den Wert von einem Gegenstand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dabei handelt es sich um den Preis, der für einen gleichwertigen oder neuen Gegenstand aufgewendet werden muss, jedoch abzüglich einer Wertminderung. Diese Wertminderung kann durch das Alter des Gegenstand oder durch Abnutzung/Verschleiß entstanden sein.

 

Lohnt sich der Vergleich der Versicherungen?

Auch bei der Suche nach einer geeigneten Hausratversicherung für Freiberufler, sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um alle Anbieter gründlich miteinander zu vergleichen. Es gibt nämlich nicht nur im Bereich der Prämie große Unterschiede sondern auch im Bereich des Leistungsumfangs. Auch wenn bereits eine passende Hausratversicherung vorhanden ist, kann es sich durchaus lohnen regelmäßig einen Vergleich zu starten. Konditionen und Leistungen werden nämlich immer wieder angepasst. So kann ein vermeidlich günstiger Tarif in einem Jahr schon überteuert sein. Den Vergleich der zahlreichen Anbieter kann man sich erleichtern, indem man sogenannte Vergleichsrechner nutzt. Diese werden inzwischen zahlreich im Internet angeboten. Vorteilhaft ist hier, dass die Anbieter nicht mehr einzeln herausgesucht werden müssen. Beim Vergleich werden einfach die wichtigsten Eckdaten in die Suchmaske eingegeben und schon werden die aktuell günstigen und besten Tarife praktisch gegenübergestellt.

 

Wie wird eine Hausratversicherung gekündigt?

Für die Kündigung einer Hausratversicherung stehen einen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Am Ende der Vertragslaufzeit kann der Vertrag schriftlich und ohne Begründung problemlos gekündigt werden. Bezeichnet wird diese Form der Kündigung als ordentliche Kündigung. Die Frist beläuft sich in diesem Fall auf 3 Monate.

Es besteht zwar auch die Möglichkeit eine Kündigung via Fax zu versenden, trotzdem ist die schriftliche Variante via Einschreiben aus Nachweisgründen eher zu empfehlen. Zu beachten gilt hier, dass für die Einhaltung der Kündigungsfrist nicht das Absendedatum sondern der Eingang der Post bei der Versicherungsgesellschaft entscheidend ist. Des Weiteren handelt es sich beim Versicherungsjahr nicht zwingend um das Kalenderjahr. Das Versicherungsjahr beginnt mit dem Beginn der Versicherung.

Beispiel: Wird eine Hausratversicherung im August abgeschlossen, kann die Versicherung im Mai des Folgejahres und nicht im Dezember des Folgejahres gekündigt werden.

Die außerordentliche Kündigung kann dann in Anspruch genommen werden wenn ein Schadensfall vorliegt, die Leistungen verbessert worden sind oder eine Beitragserhöhung erfolgt ist. Hier beträgt die Kündigungsfrist ein Monat nach Bekanntgabe der Änderungen oder des Schadenfalls. Die dritte Möglichkeit einer Kündigung besteht beim sogenannten Wegfall des Versicherungsgegenstandes, wenn zum Beispiel zwei Singles ihre Haushalte zu einem Haushalt zusammenlegen oder wenn jemand vom eigenen Haushalt in ein Alten- oder Pflegeheim zieht.