Was ist eine abstrakte Verweisung?

Der Verzicht auf die so genannte abstrakte Verweisung ist überaus wichtig für die Gestaltung eines verbraucherfreundlichen Vertrags für die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Diese abstrakte Verweisung haben sich viele Versicherer jahrelang zu Nutze gemacht, wenn es darum ging, um die Leistungserbringung herumzukommen.

Vorteilhaft ist es daher, wenn der Versicherer unabhängig von Alter oder Beruf des Versicherten auf die abstrakte Verweisung verzichtet.

Die Erklärung für die abstrakte Verweisung ist ganz einfach

Wenn der Freiberufler nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben, so kann er durch die abstrakte Verweisung darauf verwiesen werden, einen anderen Beruf zu ergreifen.
Wenn er zum Beispiel nicht mehr als Reisejournalist arbeiten kann, kann er doch immer noch mit einer einfacher Bürotätigkeit beschäftigt werden.
Es ist dabei egal, ob mit dem Jobwechsel ein geringeres soziales Ansehen verbunden ist oder ob überhaupt eine Anstellung zu finden ist.

Was zählt, ist dann einzig und allein die Theorie und die besagt, dass es die Möglichkeit zur Anstellung geben könnte.

Wo oder wann das sein soll, steht auf einem ganz anderen Blatt. Für den Versicherten ist es daher günstiger, wenn die Versicherungsgesellschaft auf die abstrakte Verweisung verzichtet und dies nicht nur für die Erstprüfung, sondern auch für alle folgenden Prüfungen.

Es sollte nur die Rede sein von einer Berufsunfähigkeit, die voraussichtlich länger als sechs Monate andauern wird und die es unmöglich macht, in dem vor Eintritt der Berufsunfähigkeit ausgeübten Beruf wieder tätig zu werden.
Damit kann der Versicherer Sie nicht auf eine andere Tätigkeit verweisen und sich so aus der Leistung winden.

Was ist eine konkrete Verweisung?

Als Gegenstück gibt es aber noch die konkrete Verweisung und auf die verzichtet kaum ein Versicherer.

Diese besagt, dass die Rente gestrichen werden darf, für den Fall, dass der Versicherte trotz seiner Berufsunfähigkeit einen Job findet, der kaum ein geringeres soziales Ansehen bedeutet und diesen Job auch tatsächlich ausübt.

Die Arbeit muss damit mit einem ähnlichen Einkommen verbunden sein, wie die frühere Tätigkeit.

Die Versicherung geht dann davon aus, dass keine Berufsunfähigkeit mehr vorliegt und so sieht sie auch keinen Grund für die Zahlung der Rente. Der Anspruch auf die Rente besteht aber trotz eines Jobs weiter, wenn dieser erheblich schlechter bezahlt ist.

Wenn Sie also vorher als Zahnarzt selbstständig waren und dann reißen Sie nur noch Karten im Kino ab, so kann dabei nicht von einer gleichwertigen Stellung die Rede sein